CMYK und RGB – weshalb Farben auf Flyer anders aussehen als auf dem Bildschirm

Thania Ramseier

Thania Ramseier

Veröffentlicht am

2.6.2022

Überarbeitet am

31.5.2022

CMYK und RGB – weshalb Farben auf Flyer anders aussehen als auf dem Bildschirm

Hast du schon einmal Drucksachen bestellt? Ich behaupte, dass jede und jeder die nachfolgende Situation bereits einmal (oder mehrere Male?) erlebt hat. Vielleicht erkennst du dich da auch wieder. ;) 

Stell dir vor: 
Deine Flyer sind endlich fertig gestaltet. Du hast Stunden investiert, damit alles gut aussieht und bereit für den Druck ist. Du bist stolz und auch etwas kribbelig, als du bei der Online-Druckerei deiner Wahl den «Bestellen»-Knopf drückst. Fertig! Jetzt heisst es warten. Nach einigen Tagen erhältst du das sehnlichst erwartete Paket. Juhu, – deine Flyer sind da! Ganz aufgeregt öffnest du das Paket, schiebst vorsichtig das Seidenpapier zur Seite und … bist verwirrt. Hä? Die Farben sehen ja ganz anders aus! 

Es rattert in deinem Kopf und die Suche nach dem Fehler beginnt. Vielleicht die falsche Datei an die Druckerei gesendet? Du kontrollierst das gesendete PDF und vergleichst das Dokument auf dem Bildschirm mit dem Flyer, den du in deinen Händen hältst. Es ist die korrekte Datei, aber die Farben sind matter und der Flyer wirkt anders als gewünscht.

Was ist passiert?

Das Zauberwort lautet: Farbräume

(oder eben unterschiedliche Farbräume) 

Ich erkläre dir, warum die Farben auf Papier anders aussehen als am Bildschirm und was du das nächste Mal tun kannst.

Die Farben werden immer eine gewisse Differenz auf Bildschirm und Papier haben. Das hängt mit den verschiedenen Farbräumen zusammen. Wenn es um die Farben für deine Medien (online wie offline) geht, solltest du dir folgende Abkürzungen merken: CMYK und RGB.

Dies sind zwei verschiedene Farbräume. Aber wahrscheinlich kennst du eher die hexadezimalen Farbdefinition (z.B. #FFFFFF). Lass mich dir eine Übersicht geben und kurz erklären:

Knallige Farben sehen im Druck etwas matt und flach aus.

RGB

RGB steht für die Grundfarben Rot, Grün und Blau. Aus diesen drei Farben setzt sich der Farbraum zusammen und wird auch additives Farbmodell genannt. Je nach Mischverhältnis lassen sich 16,8 Millionen Farbnuancen kreieren. RGB sind sogenannte Lichtfarben. Das bedeutet: Die Farbwahrnehmung entsteht durch das Mischen von Licht. Funfact am Rande: Je mehr Farbe eingesetzt wird, desto heller wird ein Bild. Wenn du alle drei Grundfarben zu 100% einsetzen würdest, käme Weiss dabei heraus. ;)

Übersicht RGB-Farbraum

HEX (hexadezimale Farbcodes)

Gerade online wird oft mit den Hex-Zahlen gearbeitet. Bezeichnungen wie #FFFFFF (weiss) und #000000 (schwarz) kann man einfach in Canva und Co. einfügen und erhält dann die entsprechende Farbe.

Bei diesen Zahlen handelt es sich nicht um einen Farbraum (wie CMYK und RGB), sondern um eine alternative Möglichkeit, RGB-Werte darzustellen. Beispielsweise ist #FF0000 dasselbe wie R255 G0 B0 (reines Rot).

CMYK

Beim Drucken werden die Farben Cyan, Magenta, Yellow (Gelb) sowie die Schlüsselfarbe Schwarz (Key) verwendet. Der CMYK-Farbraum ist ein subtraktives Modell und das Gegenteil vom RGB-Farbraum. Bedeutet: Je mehr Farbe du verwendest, desto dunkler wird das Ergebnis ausfallen. Rein theoretisch wären über 4 Milliarden Farbnuancen möglich. In der Praxis können aber viel weniger Farbnuancen angezeigt und gedruckt werden. Darum ist der CMYK-Farbraum kleiner als der RGB-Farbraum. 

Übersicht CMYK-Farbraum

Worauf du achten solltest

Was muss du also beim nächsten Mal beachten, um die Farben zu erhalten, die du möchtest? 

Fotos und Bilder liegen in den meisten Fällen im RGB-Farbraum vor. Um sie drucken zu können, werden sie in CMYK umgewandelt. Da diese nicht eins zu eins übernommen werden können, erhältst du danach Flyer, Visitenkarten und Co., die farblich etwas anders wirken als auf dem Bildschirm. 

Arbeite deshalb immer mit dem CMYK-Farbraum. Denn dieser ist die Voraussetzung dafür, dass du den Vierfarbendruck verwenden kannst. Lege die Druckdaten im Layoutprogramm deiner Wahl in CMYK an, damit du auch tatsächlich das erhältst, was du bestellt hast. Eine weitere Möglichkeit ist, dass du am Schluss dein PDF in das entsprechende CMYK-Profil umwandelst und die Farben kontrollierst. 

CMYK- und RGB-Farbraum im Vergleich zu den Farben, die für das menschliche Auge sichtbar sind. (Bildquelle Wikimedia)

Heschs gwüsst?

Wusstest du, dass es unterschiedliche Farbräume gibt und wie diese die Farben deiner Drucksachen beeinflussen? Wenn du Hilfe dabei brauchst und als Nicht-Grafiker von den ganzen Begriffen und Vorgehensweisen überfordert bist (was absolut verständlich ist) schreib mir gerne eine E-Mail und lass uns unverbindlich darüber sprechen, wie ich dich unterstützen kann.

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