Corporate Design – Erklärung und die 5 wichtigsten Bestandteile

Thania Ramseier

Thania Ramseier

Veröffentlicht am

18.9.2021

Überarbeitet am

24.10.2021

Corporate Design – Erklärung und die 5 wichtigsten Bestandteile
Vielleicht bist du mitten in der Gründung von deinem Unternehmen und hast bei deiner Recherche schon etwas von Branding, Corporate Design usw. gelesen oder gehört. In unzähligen Beiträgen wird erklärt, wieso es für Einzelfirmen und KMU wichtig ist ein Corporate Design zu haben. Doch was ist das genau? Nachfolgend möchte ich klar und verständlich erklären, was Corporate Design ist, wie es dich und deine Firma unterstützt und dir die fünf wichtigsten Bestandteile aufzeigen. Denn gerade als Selbstständige:r und für Kleinunternehmen ist es wichtig ein ordentliches visuelles Erscheinungsbild zu haben, doch dazu gleich mehr.‍

Was ist Corporate Design?

Corporate Design ist das visuelle Erscheinungsbild einer Firma oder vereinfacht gesagt, die Kleidung, die sie trägt. Hierbei spielt es eine grosse Rolle, welche Menschen du ansprechen möchtest und wie du wahrgenommen werden willst. Um es in der Kleidersprache zu sagen: ob lässige Jeans oder elegantes Kleid – du vermittelst andere Emotionen je nachdem was du trägst. Deshalb ist es wichtig, dich mit deinem Unternehmen auseinanderzusetzen und festzulegen, wer deine Zielgruppe ist und welche Werte du vermitteln möchtest. Diese Informationen werden mithilfe von Farben, Schriften und Formen visuell umgesetzt. 

Wie möchtest du auftreten und wer sind deine Kunden?

Ein Corporate Design besteht aus unterschiedlichen Elementen wie Logo, Farben, Schriften oder auch Give-Aways, Autobeschriftungen und die Website. Diese Informationen werden in einem Dokument (Corporate-Design-Handbuch) gesammelt. So kannst du leicht darauf zurückgreifen, wenn du nach deiner Hausschrift gefragt wirst, die genauen Farbcodes benötigst oder etwas Neues gestaltet haben möchtest. Dieses Dokument nennt man auch «(CD-)Manual» oder «Styleguide».

Warum ist Corporate Design wichtig?

Mithilfe von einem Corporate Design, gibt man dem Unternehmen ein Gesicht. Ein einheitlicher und professioneller Auftritt vermittelt Glaubwürdigkeit und Vertrauen. Gerade Selbstständige und Kleinunternehmer:innen profitieren davon, wenn sie ein Corporate Design besitzen. Das Ziel ist, ein positives und authentisches Bild von einem Unternehmen zu vermitteln. Es erhöht die Chance bei wiedererkannt zu werden und steigert die Kundenbindung.

Aber um die richtigen Kunden anzusprechen, ist es entscheidend die eigenen Werte zu kennen, und sich mit der Zielgruppe zu beschäftigen. Diese Informationen gilt es dann optisch darzustellen. Menschen werden in erster Linie durch das Visuelle angesprochen. Stell dir vor: ein potenzieller Kunde besucht deine Website. Innert Sekunden wird (unbewusst) entschieden, ob Logo, Farben, Bilder ansprechend sind und bei dir kaufen möchte oder eben nicht.

Wenn man das Corporate Design konsequent durchsetzt, entsteht eine respektvolle und vertrauensvolle Marke. Im Übrigen werden auch Kosten gespart. Der Arbeitsaufwand wird geringer, wenn man auf Vorlagen zurückgreifen kann, anstatt eine Gestaltung jedes mal von vorne zu beginnen.

Die 5 wichtigsten Bestandteile eines Corporate Designs

1. Logo

Klar, das Logo ist ein wichtiges (wenn nicht sogar das wichtigste) Element einer Marke. Es soll einerseits das Unternehmen präsentieren und andererseits die Kunden ansprechen. Zusätzlich sollte man auch Regeln in Bezug zum Logo definieren, wie beispielsweise: Wo wird das Logo platziert? (immer in der rechten Ecke?) Welche Grössen gibt es? Sind Farbvarianten vorhanden? Darf das Logo auf farbigen Hintergrund platziert werden? Wenn ja, welche Farben sind erlaubt? usw. 

Beispiel von Netflix, wie das Logo nicht platziert werden darf.

2. Typografie

Ein kleines aber feines Element beim Branding ist die Schrift. Oft wird die Bezeichnung «Hausschrift» verwendet. Es gibt so viele verschiedene Schriften, da fällt einem die Wahl nicht leicht. Wie auch beim Logo, sollte man sich überlegen, wer die Zielgruppe ist und welche Eigenschaften man nach aussen transportieren möchte. Du musst dich nicht nur auf eine Schrift festlegen. Man kann beispielsweise eine für die Grundtexte und eine weitere Schrift für Titel definieren. Wichtig ist darauf zu achten, dass sie zusammen harmonieren und dass beide sich nicht zu ähnlich sehen. Ich empfehle, nicht mehr als drei zu verwenden, damit deine Texte übersichtlich bleiben und gerne gelesen werden. Bitte achte darauf, dass die Schrift im Print (also auf Flyer, Visitenkarten, …) wie auch digital (auf der Website) funktioniert und gut lesbar ist. Auch die Ausrichtung und Abstände der Texte werden in der Typografie festgelegt.

Beispiel für definierte Schriften im Corporate Design Manual. Auf Google Fonts findet man viele Schriften und Kombinationsmöglichkeiten.


3. Farben

Ein weiterer wichtiger Bestandteil von einem Corporate Design sind die Farben. In der Regel findet man die Farben auch im Logo wieder. Man unterscheidet zwischen Primär- und Sekundärfarben. Erstere sind die Grundfarben, die man oft verwenden sollte. Damit der Gestaltungsraum etwas grösser ist, kann man als Erweiterung und für Akzente Sekundärfarben definieren. Nicht nur die Farbwahl ist wichtig, sondern auch deren genaue Beschreibung. Im Styleguide sollten die genauen Farbwerte in CMYK (Druck), Pantone (Druck), RGB (Digital) und HEX (digital) angegeben sein. Die korrekte Definition lässt sich somit leicht in jedem Tool eingegeben und entsprechen den genauen Vorgaben. Bevor man ein Farbkonzept erarbeitet, sollte die Unternehmensidentität und die Botschaft definiert werden, denn jede Farbe hat eine andere Bedeutung. Mehr zu diesem Thema findest du im folgendem Blogbeitrag «Farben und ihre Bedeutung».

Hier abgebildet sind ein Teil der Farben inkl. Codes aus dem Corporate Design Manual der Stadt Bern.

4. Bilder

Um eine emotionale Beziehung zu Kunden aufzubauen, sind Bilder entscheidend. Es müssen aber nicht immer Fotos vom Profi sein. Auch Illustrationen, Zeichnungen, Collagen und selber fotografierte Bilder können verwendet werden. Auch hier gilt es einheitlich zu bleiben. Konkret heisst das, dass sich beispielsweise die Motive gleichen, eine ähnliche Farbwelt verwenden wird (Stichwort Filter), die Position der Elemente immer dieselbe ist, oder du vielleicht ein bestimmter Stil einsetzt. Man kann auch darauf achten, dass die Bilder eher hell, dunkler, kontrastreich oder flach sind. Um eigene und authentische Bilder von dir und deinem Unternehmen zu haben, empfehle ich dir die Zusammenarbeit mit einem Fotografen bzw. einer Fotografin.

Überlege, welche Bilder du verwenden möchtest und wie. Hier im Beispiel siehst du links eine farbige und rechts die schwarz-weiss Variante.

5. Medien (Digital und Print)

Der fünfte Punkt ist die Definition von externen und internen Medien. Hier wird definiert, wie die Visitenkarte aussieht oder die Arbeitsunterlagen der Mitarbeiter. Es ist zugleich auch ein individueller Punkt, denn jedes Unternehmen hat andere Bedürfnisse und benötigt entsprechend unterschiedliche Medien. Idealerweise werden Mustervorlagen erstellt, die dann immer wieder verwendet werden können (das spart Zeit ;)). In solchen Vorlagen wird festgelegt, an welcher Stelle sich das Logo befindet, welche Schrift und in welcher Grösse verwendet wird, wie die Fusszeile auszusehen hat und was darin steht. Auch das Aussehen der E-Mail-Signatur kann unter diesem Punkt im Corporate Design Manual definiert sein. Weitere Medien sind: Präsentationen, Gutscheine, Inserate, Website, Flyer, Arbeitsblätter, …, je nachdem was du in deinem Unternehmen brauchst.

Gutes Beispiel verschieden gestalteter Medien vom TCS.

Fazit

Das Corporate Design ist das visuelle Erscheinungsbild einer Firma. Es werden verschiedene Bestandteile wie Logo, Schrift und Farben definiert, die die Persönlichkeit und Werte der Firma visuell übermitteln. Idealerweise werden diese Informationen in einem Manual oder Styleguide festgehalten. 

Regeln sind gut und wichtig, um ein Gestaltungsspielraum festzulegen. Es hilft, um sich kreativ austoben zu können und dennoch ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten. Allerdings bringt ein Corporate Design nur dann Vorteile, wenn man es auch konsequent umsetzt. 

Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto wichtiger aber auch schwieriger ist die Umsetzung. Gut zu wissen: Ein Corporate Design und dessen Bestandteile sind nicht in Stein gemeisselt. Es entwickelt sich auch weiter – wie auch das Unternehmen und die Menschen dahinter.

Hast du bereits ein Corporate Design für dich und deine Firma? 

Melde dich gerne bei mir, wenn du ein visuelles Erscheinungsbild möchtest, dass deine Werte und Persönlichkeit zeigt. Ich höre dir zu und nehme mir Zeit für dich und dein Projekt. Schreib mir gleich eine E-Mail. :)

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